Alternative VWL-Module

Für den IMK-Workshop „Pluralismus in der Ökonomik“ haben wir acht alternative VWL-Module entwickelt, um einen möglichst konkreten Beitrag für die Diskussion über die Veränderung des VWL-Curriculums zu leisten. Unsere Impulse sollen dabei keinesfalls ein komplettes Bachelor-Studium abbilden, sondern beschränken sich zunächst auf Ideen zu vier Grundlagenmodulen und vier Wahlmodulen. Unsere Ideen zu den Grundlagenmodulen Einführung in die Volkswirtschaftslehre, Mikroökonomik, Makroökonomik und Wissenschaftstheorie der Volkswirtschaftslehre möchten wir zusammen mit den vier Wahlmodulen feministische Ökonomik, ökologische Ökonomik, Wirtschaftssysteme und Wirtschaftssoziologie zur weiteren Diskussion stellen.

Mit den genannten Modulen greifen wir die starke, anhaltende Diskussion über die Kritik am gängigen Studium der Volkswirtschaftslehre auf. In einem international viel beachteten Aufruf der International Student Initiative for Pluralism in Economics fordern mehr als 60 Gruppen von Studierenden aus 30 Ländern theoretischen Pluralismus, methodischen Pluralismus und Interdisziplinarität.

Auch der französische Ökonom Thomas Piketty monierte unlängst in seinem viel diskutierten Buch Capital in the 21st Century die Fokussierung auf mathematische Modelle und fordert einen wesentlich stärkeren Einbezug von Erkenntnissen und Methoden anderer Sozialwissenschaften. Ein weiteres Beispiel ist die Kritik der Bank of England an den gängigen Erklärungsansätzen zur Wirkung von Geldpolitik, die einen Bedarf an der Erweiterung der Lehrinhalte impliziert.

Unsere eigene Auswertungvon 35 Studienordnungen für Bachelorstudiengänge VWL in deutschsprachigen Ländern zeigt eine eindeutige Tendenz: Neben Kursen in Mikroökonomik und Makroökonomik dominieren quantitative Methodenkurse, Einführungen in die Betriebswirtschaftslehre und Jura sowie als Wahlkurse Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik. Dabei werden überwiegend die gleichen Lehrbücher (Mankiw, Blankart, Varian) verwendet. Eine Vielfalt ist nicht zu erkennen, vielmehr eine starke Standardisierung.

Ziel dieses Impulspapiers ist, zu einer thematischen und methodischen Veränderung in vorhandenen Einführungsmodulen beizutragen und die VWL-Lehre für bisher vernachlässigte Schulen wie der ökologischen und der feministischen Ökonomik zu öffnen. Daneben ist unserer Meinung nach eine Verbesserung und Neuausrichtung der quantitativen und qualitativen Methodenkurse notwendig.Dies soll hier aber nicht weiter thematisiert werden.

 

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