Workshops

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[tab title=“1. Tag des Symposiums“]
Hanno Pahl: Zur Wissenschaftssoziologie der modernen Wirtschaftswissenschaften

Nicht erst seit der jüngsten Wirtschaftskrise gibt es zahlreiche Kritiken an der Mainstream-Ökonomik. Auch wenn man sich darüber streiten kann, inwieweit der heutige Mainstream noch mit dem Attribut „neoklassisch“ beschrieben werden kann (es gibt beispielsweise die These eines Changing Face of Mainstream Economics von David Colander): Die Wirtschaftswissenschaften weisen eine verglichen mit allen anderen Sozial- und Kulturwissenschaften höchst eigentümliche interne Struktur auf. Während Disziplinen wie die Anthropologie oder die Soziologie intern segmentär in eine Vielzahl von Theorien und Methoden differenziert sind, was entweder als Pluralismus goutiert oder als chaotischer, prä-paradigmatischer Zustand diffamiert werden kann, weist die Ökonomik eine recht rigide Zentrums/Peripherie-Differenzierung auf. In dem Workshop soll es darum gehen, zunächst die Genese dieser Wissensformation (ca. 1930-1950) wissenschaftssoziologisch, also unter Rekurs sowohl auf kognitive wie institutionelle Faktoren, zu rekonstruieren. Sodann geht es um die globale Diffusion (etwa über Medien wie einführende Lehrbuchliteratur) sowie Fortentwicklung (etwa: die Rational Expectations Revolution) dieser einmal etablierten Wissenschaftskultur. Eine wissenschaftssoziologische Perspektive ermöglicht zunächst eine Distanzierung von den wirtschaftswissenschaftsinternen Auseinandersetzungen um Hegemonie (etwa solche zwischen orthodoxen und heterodoxen Strömungen), sie kann dann aber in einem zweiten Schritt auch dafür herangezogen werden, mögliche erfolgversprechende Strategien für eine pluralistischere Ökonomik mit zu entwickeln. In diesem Zuge soll mit dem Agent Based Modeling auch ein Modellierungs- bzw. Simulationsverfahren andiskutiert werden, das Formalisierungen jenseits der rigiden neoklassischen Gussformen erlaubt.

Vorbereitungstexte:

Hanno Pahl (2013): „Disziplinierung und Popularisierung ökonomischen Wissens als wechselseitiger Verständigungsprozess: Konstitutentien der Oikodizee.“ In: Pahl und Sparsam (Hg.): Wirtschaftswissenschaft als Oikodizee? Wiesbaden: Springer.

Hanno Pahl (2013): „Überleben als heterodoxer Ökonom. Wissenschaftssoziologische Befunde und Handreichungen, insbesondere Modellierungen betreffend (ohne Gewähr).“ Working Paper 4/2013 Postwachstumsgesellschaften.

 

Friederike Habermann: Der homo oeconomicus und Identität – oder: Was WiWi verschweigt

Der homo oeconomicus als Subjekt der Wirtschaftstheorie bilde ausschließlich den weißen, männlichen Bürger ab, so wurde vielfach von feministischen Ökonom_innen kritisiert. Doch dies greift noch zu kurz: Alle sich in der Moderne herausbildenden Identitätskategorien (wie race, sex & class) sind in Interaktion zum homo oeconomicus – und damit zueinander – entstanden und formen sich weiter aus. Hierin wiederum manifestieren sich hegemoniale Verhältnisse.

Solche Zusammenhänge zu erfassen, braucht mehr als die Formeln von BWL und VWL. Der Workshop gibt mit seinem inhaltlichen Überblick über die Thematik gleichzeitig einen Einblick in poststrukturalistische Theorieüberlegungen.

Vorbereitungstext:

Habermann, Friederike  (2010): Hegemonie, Identität und der homo oeconomicus Oder: Warum feministische Ökonomie nicht ausreicht. In: Gender and Economics, C. Bauhardt, G. Çağlar (Hrsg.), 151-173.

Tanja von Egan-Krieger: Zur Normativität in den Wirtschaftswissenschaften

Im November 2011 machte eine Meldung die Runde, die sicherlich bei einigen Ökonomen für Befremden sorgte: Siebzig Studenten der Harvard Universität haben aus Protest den Einführungskurs in Ökonomik verlassen, den jährlich ca. 700 Studenten besuchen. Als Grund dafür gaben sie an, mit der »konservativen Voreingenommenheit« des Kurses unzufrieden zu sein. Die gleiche »konservative Ideologie« sei es auch, die in die Finanzkrise geführt habe, und deshalb verließen sie in Solidarität mit der Occupy-Bewegung den Hörsaal.

Nach dem gängigen Verständnis der Wirtschaftswissenschaften muss diese Kritik fehl gehen. Denn danach erklärt die Mainstream-Ökonomik lediglich das »reale« Wirtschaftsgeschehen und hält sich mit Bewertungen desselben zurück. Wertvorstellungen – ob nun konservativ, modern, rechts oder links – haben nach diesem Verständnis in den Wirtschaftswissenschaften nichts zu suchen. Doch wie kommen die Harvard-Studenten darauf, dass der ökonomischen Theorie, die sie im Einführungskurs beigebracht bekommen, eine spezifische Normativität zugrunde liegen würde?

Eine Klärung, warum und in welcher Weise ökonomische Theorien auf normativen Gehalten beruhen, geht mit einer Positionierung im wirtschaftsethischen Diskurs einher. Die integrative Wirtschaftsethik geht davon aus, dass bei der Entwicklung ökonomischer Theorien zwangsweise normative Annahmen gemacht werden müssen, die dann als normative Gehalte Eingang in die jeweilige Theorie finden. In diese Position soll in diesem Workshop eingeführt werden.“

Vorbereitungstexte:

Thielemann, Ulrich (2003): Integrative Wirtschaftsethik als kritische Theorie des Wirtschaftens. Die Unmöglichkeit der Wertfreiheit der Ökonomie als Ausgangspunkt der Wirtschaftsethik. In: Breuer, M./Brink, A./Schumann O.J. (Hrsg.), Wirtschaftsethik als kritische Sozialwissenschaft, Bern u.a. 2003, S. 89–115. http://www.mem-wirtschaftsethik.de/das-mem/publikationen/integrative-wirtschaftsethik-als-kritische-theorie-des-wirtschaftens/

Ulrich, Peter (2008): Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie, 4. Auflage. Haupt Verlag. Dort im 2. Kapitel das Unterkapitel 5.

 

Claus Peter Ortlieb: Vom falschen Gebrauch mathematischer Modelle in den Wirtschaftswissenschaften

Die neoklassische Volkswirtschaftslehre, die seit dreißig Jahren den akademischen Stellen- und Büchermarkt beherrscht, hält sich ihre „ideologiefreie Methodik“ zugute, die auf dem Einsatz der Mathematik beruhe. Der damit verbundene Anspruch auf Exaktheit erweist sich allerdings als bloßer Schein, wie eine genauere Analyse des Vorgehens in den Standardlehrbüchern zeigt. Die verwendeten mathematischen Modelle werden regelmäßig falsch eingesetzt. Der dabei am häufigsten auftretende methodische Fehler besteht darin, die notwendig zu machenden Modellannahmen nicht auszuweisen oder unter den Teppich zu kehren, um dann die Modelle auf Situationen anzuwenden, zu denen sie nicht passen. Dieses Vorgehen hat gravierende Fehldeutungen zur Folge. Das soll im Workshop schwerpunktmäßig an den gebräuchlichen Gleichgewichtsmodellen deutlich gemacht werden.

Vorbereitungstext:

Ortlieb, C. P. (2004): Methodische Probleme und methodische Fehler der mathematischen Modellierung in der Volkswirtschaftslehre, Mitteilungen der Mathematischen Gesellschaft in Hamburg XXIII/I, 5-28

Vertiefende Literatur:

Freeman, A. (2006): Die Himmel über uns. Über die Bedeutung des Gleichgewichts für die Wirtschaftswissenschaft, EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft 3, 212-241

Helmedag, F. (1999): Ohne Werte und kreislaufschwach: Zum Status der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie, in Helmedag, F. / Reuter, N. (Hrsg.): Der Wohlstand der Personen, Marburg, www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/paper/helmedag/allg_gg_.pdf

Krätke, M.(1999): Neoklassik als Weltreligion, in: Kritische Interventionen 3, Die Illusion der neuen Freiheit, 100-144, www.rote-ruhr-uni.com/cms/Neoklassik-als-Weltreligion.html

Ortlieb, C. P. (2004): Marktmärchen. Zur Kritik der neoklassischen Volkswirtschaftslehre und ihres Gebrauchs mathematischer Modelle, EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft 1, 166-183, www.math.uni-hamburg.de/home/ortlieb/Exit1CPOMarktMaerchen.pdf
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[tab title=“2. Tag des Symposiums“]
Hanna Meißner: Humankapitaltheorie und das Subjekt

Humankapital wurde 2004 zum ‚Unwort des Jahres’ gekürt. In ihrer Begründung verwies die Jury darauf, dass diese Bezeichnung „die primär ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge [fördert], wovon auch die aktuelle Politik immer mehr beeinflusst wird. Humankapital degradiert nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen.“ Den Kritiker_innen dieser Entscheidung wurde allerdings zugestanden, dass Humankapital als Fachbegriff auf eine „ehrwürdige Tradition“ verweise, in der „neben Sachkapital und Finanzkapital menschliche Fähigkeiten und Fertigkeiten gewürdigt werden sollten.“

Diese Unterscheidung zwischen einem Fachbegriff und dessen vermeintlich verfälschender Verwendung im öffentlichen Diskurs dient als Aufhänger für die Diskussionen in diesem Workshop: Ist es sinnvoll, Fachbegriffe als rein analytischen Zugriff auf gesellschaftlichen Phänomene zu begreifen, als (zutreffende oder unzutreffende) Repräsentationen dieser Wirklichkeit? Welche Bedeutung haben Begriffe und Theorien für die Wirklichkeit, die sie zu erfassen vermeinen?

Ausgehend von Foucaults Vorlesungen zur Geschichte der Gouvernementalität diskutieren wir die These, dass die neoliberale Theorie die Wirklichkeit, die sie zu beschreiben beansprucht, überhaupt erst mit hervorbringt. Eine Beurteilung des Begriffs Humankapital würde sich insofern nicht auf den Erfolg oder das Versagen seines analytischen Vermögens beziehen, sondern auf seine materialisierenden Effekte. In diesem Fall erscheinen solche Effekte vor allem im Hinblick auf Subjektivierung (als ‚unternehmerisches Selbst’) und Sozialität (als Konkurrenzbeziehungen).

Zum einen werden wir also, ausgehend von den Foucault’schen Analysen, die These eines performativen Siegeszug der spezifischen sozialen Ontologie des Neoliberalismus diskutieren und dabei vor allem auch auf die Frage eingehen, welche Konsequenzen dies für ethische Fragen und Problemstellungen hat. Zum anderen werden wir fragen, wo Einsätze der Kritik bestehen können: Wie sind Konzepte wie Humankapital zu kritisieren? Welche subjektseitigen Potenziale könnte es geben, sich den Anforderungen des unternehmerischen Selbst zu widersetzen? Welche Bedeutung könnten Gegenerzählungen haben, die unsere unhintergehbare wechselseitige Abhängigkeit zur Grundlage einer sozialen Ontologie machen?

Vorbereitungstexte:

Gertenbach, Lars (2007): Die politische Ökonomie des Neoliberalismus. In ders: Die Kultivierung des Marktes. Foucault und die Gouvernementalität des Marktes, 84-125

Winnubst, Shannon (2012): The Queer Thing about Neoliberal Pleasure: A Foucauldian Warning. In Foucault Studies, No 14, 79-97

Vertiefende Literatur:

Foucault, Michel (2006): Die Geburt der Biopolitik. Geschichte der Gouvernementalität II; Vorlesungen  vom 14. März 1979 und 21. März 1979

Read, Jason (2009): A Genealogy of Homo-Economicus: Neoliberalism and the Production of Subjectivity. In Foucault Studies, no 6, 25-36

 

Christoph Henning: Arbeit und Entfremdung reloaded: Marx in der flexibilisierten Moderne

Ein theoretischer Grundbaustein der humanistischen Strömung innerhalb des Marxismus (von Ernst Bloch einst als „Wärmestrom“ bezeichnet) war die Diagnose der Entfremdung des Menschen von den anderen Menschen und sich selbst, wie sie für den Kapitalismus typisch ist. Anders als zeitgenössische Varianten dieser Theorie, die diese Diagnose in Abgrenzung von Marx nun weitgehend unabhängig von der Arbeitswelt entwickeln (ich denke etwa an Hartmut Rosa oder Rahel Jaeggi) bin ich der Überzeugung, dass die Marxsche Diagnose einer lohnarbeitszentrierten Erklärung von Entfremdungsphänomenen gerade in der heutigen Zeit – wo sich Überausbeutung und entgrenzte Arbeitszeiten hier mit einer Massenarbeitslosigkeit und Löhnen unterhalb des Existenzminimums dort treffen – überaus relevant ist. Wir werden in diesem Workshop dafür zunächst kurz – oder auch länger, je nach den Bedürfnissen der Teilnehmer*innen – in die Marxschen Texte gehen und deren Plausibilät diskutieren (sind sie „essentialistisch“ oder „naturalistisch“, und falls ja, welche Art von Problem stellt das dar?). Anschliessend möchte ich anhand einiger Untersuchungen aus der zeitgenössischen Arbeits- und Industriesoziologie die Triftigkeit dieser Thesen für die Gegenwartsdiagnose erörtern.

Vorbereitungstexte:

Christoph Henning: Entfremdung lebt! Zur Rettung der Künstlerkritik. Working Paper 3/2013 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften, Universität Jena, www.kolleg-postwachstum.de/sozwgmedia/dokumente/WorkingPaper/wp3_2013.pdf

Christoph Henning: Depression. In: Christoph Henning (Hg): Marxglossar, Edition Freitag, Berlin 2006, S. 68-77, online: https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/Zitation/Christoph_Henning/40682

Hintergrundtext:

Marx, Karl (1844): Die Entfremdete Arbeit. In: Ökonomisch-Philosophische Manuskripte. Online

 

Silke Chorus/Lisa Y. Haller: Feministische Perspektiven auf Arbeit, Wert und Ökonomie 

Die Versorgung von Menschen ist Ausgangspunkt für jede Form des Arbeitens und Wirtschaftens. Der Arbeitsbereich, welcher die unmittelbare Versorgungsleistung beinhaltet, wird in aktuellen Auseinandersetzungen mehrheitlich mit dem englischen Oberbegriff CARE umschrieben. Weil CARE Arbeiten nur in sehr engen Grenzen profitgenerierend organisiert werden können, stehen Wohlfahrtsstaaten, deren Ökonomie nach dem dominierenden Prinzip der Wertform ausgerichtet ist, vor der strukturellen Herausforderung, die unmittelbare Versorgungsleistung durch Einkommensübertragungen jenseits des Produktionsprozesses zu gewährleisten. Insofern wird mit dem Begriff CARE zwar der Inhalt von Tätigkeiten beschrieben, die Form der unter ihm subsumierten Tätigkeiten, obliegt jedoch der wohlfahrtsstaatlichen Regulierung.

Wir werden uns in dem Workshop mit der feministischen Kritik an den gängigen volkswirtschaftlichen Arbeits- und Ökonomiebegriffen beschäftigen. Dabei wird die Auslassung einer ganzen Reihe an gesellschaftlich zentralen Tätigkeiten aus den volkswirtschaftlichen Erklärungsmodellen im Zentrum stehen, wobei wir einen besonderen Fokus auf die sogenannten CARE -Arbeiten, ihre aktuelle Transformation und die Rolle der wohlfahrtsstaatlichen Regulation in der Gewährleistung von CARE im Kapitalismus legen werden. So werden uns CARE-Arbeiten als Beispiel dienen, um deutlich zu machen, dass volkswirtschaftliche Modelle nicht nur in geschlechtlicher Perspektive blind sind, sondern dadurch auch einen Teil ihrer Erklärungskraft für aktuelle, sozio-ökonomische Transformationsprozesse einbüßen.

Vorbereitungstext:

Lisa Yashodhara Haller & Silke Chorus (2013): Care, Wert und der Wohlfahrtsstaat. Plädoyer für die Berücksichtigung des Staates als zentraler Akteur der politischen Ökonomie. In: Denknetz Jahrbuch 2013. Care statt Cash. S. 65-74.

Vertiefende Literatur:

Maier, Friederike (2004): Volkwirtschaftliche Arbeitsmarktanalyse und -theorien und Frauenarbeit. Hg. von Gendernetzwerk kritische Arbeitsforschung. (Online)

 

Jürgen Rinderspacher: Zeitwohlstand – mehr Zeit zum Leben, aber wie?

Zeitwohlstand  – das hört sich eigentlich ganz gut an, klingt aber auch ein wenig luxuriös. In einer Zeit der Rotstifte, der Niedriglöhne und der Schuldenbremse – wer traut sich da noch von Wohlstand zu sprechen?

Der Wohlstandsbegriff ist einer der grundlegenden Denkansätze des ökonomischen Denkens der Neuzeit. Es war kein geringerer als der englische Ökonom Adam Smith, der im 18ten Jahrhundert sein Hauptwerk „Über den Wohlstand der Nationen“ betitelte. Das hatte einen guten Grund, denn materielle Not – Hunger Armut, Krankheit – waren bis dahin die großen Sorgen der breiten Masse der Bevölkerung. Das, was Wohlstand im Einzelnen bedeutet, ist allerdings nicht für alle Zeiten festgelegt, sondern hängt stark von den Bedürfnissen der jeweiligen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation einer Epoche ab: Wenn eine große Mehrzahl der Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt der gesellschaftlichen Evolution feststellt, dass sie zwar satt zu essen, ein Auto und einen Flachbildschirm hat, aber keine Zeit mehr für wichtige Dinge des Lebens – dann kann das Ziel der Wohlstandsmehrung auch darin bestehen, die Verfügungsmöglichkeiten der Menschen über ihre Zeit zu verbessern. Dabei bedeutet Wohlstand aber mehr als nur die Überwindung einer Mangelsituation, sondern Teilhabe des Individuums am (wachsenden) gesellschaftlichen Sozialprodukt entsprechend seines Leistungsbeitrags.

Wie können wir unter heutigen Bedingungen den „zeitlichen Reichtum der Nation“ vermehren? Das neue Nachdenken über ein anderes Verständnis von Lebensqualität, etwa in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages aber auch die populärwissenschaftliche Propagierung eines neuen Wohlstandsverständnisses durch namhafte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, das die materielle Seite relativiert –  das alles kann man als Anzeichen deuten, dass sich in dieser Richtung allmählich etwas bewegt.

Vorbereitungstext:

Rinderspacher, Jürgen (2012): Zeitwohlstand. Kriterien für einen anderen Maßstab von Lebensqualität.

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